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Methoden
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Auf spielerische Art und Weise erforschen wir das sprachliche Wissen der Kinder in ihren ersten Lebens- monaten und -jahren.
Unsere Probanden sind noch zu jung, um sie direkt fragen zu können, wie sie bestimmte sprachliche Signale wahrnehmen.
Daher nutzen wir die Aufmerksamkeit der Babys, die an Blick- und Augenbewegungen abgelesen werden kann, um mehr über ihre Sprachwahrnehmung zu erfahren.
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Die 'Switch-Methode'
Mit Hilfe dieser Methode möchten wir herausfinden, ob Babys feine phonetische Veränderungen im Sprachsignal wahrnehmen –
ob sie zwischen bestimmten Lauten unterscheiden können.
Die Switch-Methode wird in der Spracherwerbsforschung seit vielen Jahren eingesetzt.
Photo by Ulrich Stock
Bei diesem Test sitzt das Kind auf dem Schoß der Mutter/des Vaters und schaut auf einen großen Bildschirm, auf dem ein buntes Muster zu
sehen ist. Gleichzeitig werden über Lautsprecher Sprachsignale abgespielt. Zunächst bekommt das Kind eine bestimmte Lautsequenz zu
hören. Das Kind ist interessiert und schaut aufmerksam auf den Bildschirm. Nach einer Weile kennt das Kind die Lautsequenz, und die
Aufmerksamkeit nimmt ab, was daran zu erkennen ist, dass das Kind nicht mehr so interessiert auf den Bildschirm schaut.
Dann wird das Sprachsignal verändert, es wird eine neue Laut- sequenz präsentiert. Wenn das Kind den Unterschied
zwischen der 'alten' und der 'neuen' Sequenz hört, ist sein Interesse wieder geweckt. Es schaut erneut aufmerksam das
Bild auf dem Monitor an.
Eine Videokamera unter dem Bildschirm nimmt die Kopf- und Augenbewegungen des Kindes auf. Anhand dieser Filme können wir später auswerten,
wie lange die Kinder bei den einzelnen Lautsequenzen auf den Bildschirm geschaut haben. Daran erkennen wir, ob sie den Unterschied im Sprachsignal
wahrgenommen haben oder nicht. Diese Methode erlaubt es nicht, individuelle Ergebnisse für einzelne Kinder zu erhalten.
Die Daten werden erst in der Gesamtauswertung einer ganzen Gruppe aussagekräftig.
Mehr zur Switch-Methode: Werker, J.F. & C.L. Stager. 1997.
Infants listen for more phonetic detail in speech perception than in word-learning tasks. Nature 388. 381-382.
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Das 'Preferential Looking Paradigm'
Auch bei diesem Test werden die Blickbewegungen – d.h. die Aufmerksamkeit – der Kinder genutzt, um mehr über ihr sprachliches Wissen herauszufinden.
Das Kind sitzt während des Tests auf dem Schoß von Mutter oder Vater vor einem großen Bildschirm. Darauf wird ein kurzer Film
präsentiert, in dem Bilder von Tieren und Gegenständen zu sehen sind. Zu den Bildern bekommt das Kind über Lautsprecher Sätze
zu hören, in denen die gezeigten Tiere und Objekte benannt werden. Manche der Wörter enthalten kleine Aussprachefehler.
Uns interessiert, ob die Kinder diese Fehler bemerken oder nicht.
Dahinter steckt die Annahme, dass sich die Reaktionen (Kopf- und Augenbewegungen)
auf ein falsch ausgesprochenes Wort hin verzögern, wenn der Fehler entdeckt wird.
Ebenso wie bei der Switch-Methode sind auch beim Preferential Looking Paradigm die Daten erst als Gruppenergebnisse aussagekräftig.
Mehr zum Preferential Looking Paradigm: Swingley, D. 2003. Phonetic detail in the developing lexicon. Language and Speech 46. 265-294.
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Die 'Head Turn Preference Procedure'
Wie bei der Switch-Methode und dem Preferential Looking Paradigm macht sich die Head Turn Preference Procedure die Blickbewegungen der Kinder zu nutze, um herauszufinden, ob Kinder bestimmte sprachliche Muster bevorzugen.
Das Kind sitzt während des Tests auf dem Schoß von Mutter oder Vater. Zunächst wird der Blick des Kindes durch ein blinkendes Licht geradeaus gelenkt. Sobald das Kind zu diesem Licht schaut, erlischt es und
die Sprachstimuli werden abwechselnd von einem Lautsprecher zur rechten oder zur linken Seite des Kindes präsentiert, unterstützt durch ein blinkendes Licht bei dem jeweiligen Lautsprecher. Wenn das Schallsignal von
einer Seite kommt, dreht das Kind den Kopf in die Richtung des Lautsprechers und des Blinklichts. Sobald das Kind den Kopf vom Lautsprecher und dem Licht wieder abwendet, stoppt die Stimuluspräsentation und
das Licht an der Seite erlischt. Hinter dieser Methode steckt die Annahme, dass das Kind länger zu interessanten oder für die Muttersprache relevanten, 'präferierten' Lautsequenzen oder Sätzen schaut, als zu
weniger interessanten. Auch bei dieser Methode gilt: Die Daten werden erst als Gruppenergebnisse aussagekräftig.
Mehr zur Head Turn Preference Procedure: Jusczyk, P.W., Hohne, E.A. & Baumann, A. 1999. Infants' sensitivity to allophonic cues for word segmentation. Perception and Psychophysics 61. 1465-1476.
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