Fachbereich Sprachwissenschaft

Universität Konstanz

Arbeitspapier 28

Sprachsysteme - logische und historische Grundlagen der erweiterten Phrasenstrukturgrammatik

Urs Egli & Renata Egli-Gerber
Juni 1991

  1. Inhalt
  2. Einleitung
  3. Sprachsysteme - logische und historische Grundlagen der erweiterten Phrasenstrukturgrammatik. (737K)


Inhalt

Erster Teil: Von der Konstituentenstruktur bis zur Syntax der Phone



A)  Vorbemerkungen                                                  1
B)  Geschichte der Syntax                                           7
C)  Segmentierung und Klassifizierung nach Harris                  11
D)  Das Vorgehen von Wells                                         22
E)  Die Herkunft der Konstituentenanalyse                          24
F)  Konstituentenanalyse und Phrasenstrukturgrammatik              25
G)  Kritik der IC-Analyse                                          28
H)  Die mathematische Linguistik                                   33
I)  Saussure und die IC-Analyse                                    42
K)  Glinz und der Strukturalismus                                  56
L)  Die komplexen Kategorien                                       56
M)  Die Transformationen und die Phrasenstruktur                   58
N)  Der Lückenmechanismus                                          62
O)  Die X-bar-Theorie                                              68
P)  Morphologie und Phrasenstrukturgrammatik                       72

Zweiter Teil: Von der traditionellen Grammatik zur Syntax der
Konstruktion



Q)  Altgriechische Grammatik von Kühner und Gerth                  81
R)  Historische Grammatik und Phrasenstruktursyntax                82
S)  Rektion, Dependenz und Konstituenz                             85
T)  Vom Kasusrahmen zum Konstruktionsrahmen                        86
U)  Umkategorisierung                                              94
V)  Integration der Dependenz in die Phrasenstrukturgrammatik     101
W)  Nichtkonfigurationalität und Phrasenstrukturgrammatik         105
X)  Die Syntax der Konstruktion                                   112
Y)  Semantische Kategorien bei Montague und in der traditionellen
    Grammatik                                                     125
Z)  Moderne Systeme der Phrasenstrukturgrammatik                  134
    Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln                         142
    Bibliographie                                                 149

Einleitung
Das Hauptziel dieses Buches ist es, die Grundzüge einer Grammatik aufzuzeigen, die auf den Prinzipien der Konstituentenanalyse und der Phrasenstruktur beruht. Aus diesen Grundzügen sollte es möglich sein, eine möglichst umfassende Grammatik für eine einzelne Sprache, in unserem Fall für das Deutsche, zu schaffen, die einerseits formal genau durchgearbeitet ist und die andererseits konzeptuell so einfach gehalten werden kann, dass sie auch ohne Formeln, fast wie eine traditionelle Grammatik, formuliert werden kann. Das Ideal der Darstellung war eine Theorie, die formal so durchsichtig ist wie die Montague-Grammatik aber empirisch doch so belegt und raffiniert, wie die Prinzipien- und Parameter-Grammatik Chomskys. Dabei wollen wir einerseits darlegen, wie die Phrasenstrukturgrammatik unmittelbar aus dem Strukturalismus entstanden ist, und andererseits eine historische Tiefendimension in die Diskussion zusätzlich dadurch einbringen, dass wir sie der traditionellen Grammatik gegenüberstellen und ihre Anfänge bis in die Antike zurückverfolgen und Altes in Neues integrieren. Dass dabei doch etwas ganz Neues entstanden ist, wird der Kenner der Literatur leicht sehen. Insbesondere ist dies das erste Lehrbuch der Grundlagen der zeitgenössischen kalifornischen Syntax, das sich nicht auf ein Modell und technische Details beschränkt, sondern die ganze Hintergrundinformation von Anfang an aufbereitet. Unser Vorbild waren die Bücher von Hao Wang über Gödel und die analytische Philosophie. Wichtig ist besonders die Vermutung, die hinter der Abfassung dieses Buches steht, dass die historische Tiefendimension, auf deren Ausarbeitung wir viel Mühe verwendet haben, ein genuines Verständnis der Theorien fördert. Wir haben zwar die Interessenverschiebung der heutigen Chomskyschen Version der generativen Grammatik von Regeln auf Prinzipien nicht voll mitgemacht, werden aber im Ansatz zeigen, wie man die positiven Vorschläge der Chomskyschen Theorie in unser Format einfügen kann. Alles in allem sind wir zu der Saussureschen Orientierung mit frühchomskyscher generativer Färbung unserer Jugend zurückgekehrt, die wir aber dank der intensiven Forschung im Chomskyschen Paradigma auf einem viel höheren Niveau formulieren können, als es damals möglich gewesen wäre. Wir glauben, die internationale Literatur voll in unsere Saussuresche Theorie integriert zu haben. Unser Ziel ist es gerade, diejenigen Züge der Theoriebildung in einem kohärenten Gebäude zu vereinen, die sich bewährt haben, indem wir die Gedanken vieler amerikanischer und europäischer Autoren systematisch darstellen und historisch beleuchten. Neben Noam Chomsky und Ferdinand de Saussure verdanken wir viele Anregungen den Werken von Lucien Tesnire, Zellig Harris, Peter Matthews und Gerald Gazdar sowie der alten Lehre der historischen Linguistik. Dem Vorwurf der Idiosynkrasie begegnen wir auch noch dadurch, dass wir mit Wittgenstein sagen, es handle sich um den Ausdruck von Gedanken, die dann ihre Berechtigung haben, wenn ein Leser das Buch mit Vergnügen und einigem Gewinn liest. Ausserdem war es für uns einfach notwendig, dieses Buch zu schreiben, weil wir selbst diese Gedanken irgendwie gestalten wollten. Ob sie durch die Forschung angenommen werden, wird die Diskussion lehren.


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Letzte Änderung: 15.01.1997